In einem Land, in dem rund ein Drittel der Einwohner direkt und indirekt vom Kaffeeanbau leben, erweist man diesem Rohstoff Respekt. Etwa 5000 Kaffeevaritäten werden in unterschiedlicher Weise angebaut: in Gärten, auf Schatten- oder Teilwaldplantagen. Hinzu kommt der Wildkaffee in den Regenwäldern Äthiopiens, ein einzigartiges Vorkommen von Coffee arabica.
Die Export-Kaffees werden unabhängig von Ihrer Herkunft nach Charakter unterscheiden: Sidamo, Yirga Cheffe, Limu, Harar, Lekempti oder Jimma. Auch innerhalb dieser Charaktere müssen die Feinheiten in Aroma, Säure und Körper beachtet werden, wenn es um die Zusammenstellung von Spezialitäten geht.
Wenn heute die besten Kaffees aus Äthiopien kommen, ist dies dem Wandel im Land geschuldet. Nach Verstaatlichung und Beschränkungen des Kaffeehandels während der 25jährigen kommunistischen Zeit, werden in den vergangenen Jahren Wege zur Dezentralisierung und Liberalisierung des Handels eingeschlagen. Als die äthiopische Regierung 2007 beschloss, sich die Markenrechte für die Kaffee-Charaktere zu sichern, musste man feststellen, dass diese Namen für die beliebt gewordenen Kaffees bereits von einer großen amerikanischen Coffeeshop-Kette reserviert wurden. In den Medien beobachtbar konnte man sich aber schließlich auf den rechtmäßigen Rechteinhaber einigen: die Erzeuger.